Aus den Pyramidentexten
(Unas Pyramidentext altes Reich)


Im folgenden der Wortlaut der Gedenkstelen in Kamak, auf Elephantine bei Assuan und in Abu Simbel, der zunächst den Entschluß des Hethiterkönigs zur Vermählung seiner Tochter mit Ramses II. schildert, weiter die Ehrung der Gesandtschaft des Hethiters durch Entsendung eines ägyptischen Geleites für den Zug mit der Braut und die Bitte des Königs Ramses II. an Seth, den Gott der Fremdländer, um gutes Wetter, dann den Zug des vereinigten hethitischen und ägyptischen Geleits durch Syrien, endlich die Ankunft der Prinzessin in Ägypten und das wieder etwas bombastische Schlußwort.

TEXT:

Der Großfürst von Chatti schrieb, seine Majestät zu begütigen, Jahr um Jahr. König Ramses II. hörte es sich niemals an. Und als sie ihr Land in diesem schlimmen Zustand sahen unter der gewaltigen Macht des Herrn der Länder, sprach der Großfürst von Chatti zu seinem Heer und seinen Edlen: Warum dies? Unser Land ist verwüstet. Unser Herr Seth ist unzufrieden mit uns. Der Himmel gab uns keinen Regen,... weil wir gekämpft haben. So empfehle ich, daß wir uns aller unserer Sachen begeben, an ihrer ersten Stelle meiner ältesten Tochter. Laßt uns dem guten Gott ein Ehrengeschenk bringen, daß er uns Frieden gibt, und wir leben. Seine älteste Tochter wurde gebracht, mit ihr herrliche Gaben, viel Gold, Silber und Edelsteine, Gespanne ohne Zahl, Zehntausende von Rindern, Ziegen, Schafen und andere Dinge seines Landes ohne Ende.

Man meldete seiner Majestät: Sieh, was der Großfürst von Chatti tut, Man bringt seine älteste Tochter mit zahlreichen Gaben, sie bedecken den Ort, an dem (sie sind, mit ihren Schätzen). Die Fürstentochter und die Fürsten von Chatti tragen sie. Sie überschreiten viele Berge und schwierige Pässe und werden die Grenzen Deiner Majestät erreichen. Entsende ein Heer und Edle, sie zu empfangen.

Seine Majestät geriet in Freude. Der Herr des Palastes war froh, als er von diesem außerordentlichen Ereignis vernahm, dergleichen in Ägypten gänzlich unbekannt war. Er entsandte ein Heer und Edle, sie sofort zu empfangen. Seine Majestät pflegte Rat mit seinem Herzen: Wie geht es denen, die ich ausgesandt habe, die in meinem Auftrag nach Syrien ziehen an den Tagen des Regens und Schnees im Winter. Er weihte ein großes Opfer seinem Vater Seth und bat ihn: Der Himmel liegt auf Deinen Händen,die Erde unter Deinen Füßen. Was Du befehlst, geschieht. (Höre auf). Regen, Sturm und Schnee zu machen, bis die Wunder bei mir ankommen, die Du mir überwiesen hast.

Sein Vater Seth erhörte alles, was er sagte. Der Himmel war friedlich. Sommertage kamen. Das Heer zog froh davon, straffen Leibes und munteren Herzens. Die Tochter des Großfürsten von Chatti wanderte nach Ägypten. Heer, Reiterei und Edle seiner Majestät geleiteten sie, gemischt mit Heer, Reiterei und Edlen von Chatti. Es waren (Chatti)truppen, Bogenschützen und Reiterei alle Leute des Landes von Chatti gemischt mit denen von Ägypten. Sie aßen und tranken miteinander. Sie waren einmütig wie Geschwister, ohne daß einer dem anderen grollte. Friede und Freundschaft war zwischen ihnen, wie (sonst nur zwischen Ägyptern) selbst. Die Großfürsten aller Lande, durch die sie zogen, waren bestürzt, ungläubig und ohnmächtig, als sie alle Leute von Chatti sahen, die sich mit dem Heer des Königs vereinigt hatten.

Einer dieser Fürsten sagte es dem ändern: Es ist wahr, was seine Majestät gesagt hat, . . .  Wie groß ist das, was wir mit unseren eigenen Augen sehen. Alle Länder gehören ihm als einmütige Diener zusammen mit Ägypten. Was Chatti war, gehört ihm wie Ägypten, selbst der Himmel untersteht seinem Siegel und tut alles nach dem, was er befohlen hat. Und (viele Tage danach) erreichte man die Stadt Ramses' im Triumph großer Wunder siegreicher Macht, im Jahre 34, im dritten Wintermonat.

Man führte die Tochter des Großfürsten von Chatti, die nach Ägypten gewandert war, vor seine Majestät und trug die vielen zahllosen Gaben ihr nach ... Da sah seine Majestät, daß ihr Gesicht schön war, wie das einer Göttin. Und es war ein großes, seltsames Ereignis, ein herrliches, bisher unbekanntes Wunder, dergleichen man nicht von Mund zu Mund vernommen hatte, das an nichts in Schriften der Vorfahren erinnerte. Die Tochter des Großfürsten von Chatti war schön vor dem Herzen seiner Majestät. Er liebte sie mehr als alles andere, als etwas Schöneres, das ihm sein Vater Ptah geschenkt hat Seine Majestät ließ ihr ihren Namen geben als Königin  Mat-neferu-Re (Welche die Schönlieit des Re sieht), Tochter des Großfürsten von Chatti, Tochter der Großfürstin von Chatti. Es war ein unerforschliches, unbekanntes Wunder, das durch seinen Vater Ptah über Ägypten kam, der es für ihn als Siegeszeichen verfügte.             

Das Land Chatti lag einmütig unter den Füßen seiner Majestät. Wenn nun aber ein Mann oder eine Frau in ihren Geschäften nach Syrien reiste und bis nach dem Lande Chatti kam, war keine Furcht um ihre Herren, weil die Macht seiner Majestät so groß war.