Thutmosis III.

Der Liebling der Götter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 
 
 
 
 

 

 

 

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Hier spricht der Gott Amun selbst zu seinem Sohn

KÖNIG THUTMOSIS III.

[Stele: harter graugrüner Schiefer.
Höhe 90 cm. Kairo, Museum, Nr. 404]

TEXT:
Gesprochen von Amun-Re, dem Herrn der Throne der beiden Länder:

Du kommst zu mir und jubelst, wenn Du meine Schönheit siehst,
mein Sohn, mein Helfer, Men-Cheper-Re, der ewig lebt!
Ich gehe auf um Deinetwillen und mein Herz ist froh
bei Deiner schönen Ankunft in meinem Tempel!
Meine Arme vereinigen sich mit Deinen Gliedern als Lebensschutz.
Wie süß ist Deine Anmut an meiner Brust!
Ich lasse Dich dauern in meiner Wohnung und tue Wunder für Dich.
Ich gebe Dir Siegesstärke gegenüber allen Ländern.
Ich gebe Deinen Ruhm und die Furcht vor Dir in alle Länder
und den Schrecken vor Dir bis zu den Stützen des Himmels.

Ich mache Dein Ansehen groß in allen Leibern.
Ich gehe Deinen Ruf über die Neunbogenvölker hin,
indem die Großen aller Fremdländer zusammengefaßt in Deiner Faust sind.
Ich strecke meine eigenen Arme aus und fessele sie Dir.
Ich binde die Südlichen zu Zehntausenden und Tausenden zusammen,
die Nördlichen zu Hunderttausenden sind gefangen.
Ich lasse Deine Widersacher unter Deine Sandalen fallen.
Du trittst auf die Feinde, die Böswilligen,
wie ich Dir das Land in seiner Länge und Breite überwiesen habe.
Die Westlichen und Ostlichen sind unter Deiner Aufsicht.

Du beschreitest alle Fremdländer, indem Dein Herz froh ist.
Es gibt keinen, der sich Deiner Majestät nahen kann, da ich Dein Führer bin.
Du gelangst bis zu ihnen, nachdem Du das umgekehrte Wasser
von Naharina überquert hast, in Sieg und in Stärke, die ich Dir anbefohlen.
Sie hören Dein Geschrei, (auch) wenn sie in ihre Schlupflöcher (?) eingetreten sind.
Ich lasse ihre Nasen ermangeln der Lebensluft.
Ich gebe den Schrecken vor Deiner Majestät in ihre Herzen.
Meine Achet-Schlange, die an Deinem Haupt ist, verbrennt sie.
Sie erbeutet die Finsterlinge. Sie verbrennt die Inselbewohner mit ihrem Gluthauch.

Sie schneidet die Köpfe der Asiaten ab, so daß keiner übrig bleibt und (auch) der Nachwuchs ihrer Macht verfallen ist.Ich lasse Deine Siege durch alle Länder dringen, während meine Erhell-Schlange deine Hörige ist.
Es kann keine Empörung gegen Dich geben im Umkreis des Himmels;
(sondern) sie kommen mit Tributen auf ihrem Rücken, in Verneigung, vor Deiner Majestät, wie ich es befohlen habe. Ich lasse die böswilligen Angreifer in Deine Nähe kommen, wobei (aber) ihre Herzen verbrennen und ihre Glieder zittern.

Ich komme zu Dir, und lasse Dich niedertreten die Großen von Djahi und breite sie aus unter Deinen Füßen in ihren Fremdländern.Ich lasse sie Deine Majestät erblicken als Herrn der Strahlen; und Du erglänzest vor ihnen als mein Abbild.

Ich komme zu Dir, und lasse Dich niedertreten die Bewohner Asiens und Du schlägst die Häupter der Beduinen von Retenu. Ich lasse sie Deine Majestät sehen angetan mit Deinem Ornat, wie Du ergreifst die Waffen auf dem Streitwagen.

Ich komme zu Dir, und lasse Dich niedertreten das Ostland, und du trittst auf die, die in den Gebieten des Gotteslandes sind. Ich lasse sie Deine Majestät sehen wie das Sesched-Gestirn, das seinen Feuerbrand schießt und (auch) seinen Tau gibt.

Ich komme zu Dir, und lasse Dich niedertreten das Westland, das Land Kefa und Isi stehen unter Deiner Übermacht. Ich lasse sie Deine Majestät sehen als standhaften Jungstier mit spitzen Hörnern, den man nicht angellen kann.

Ich komme zu Dir, Ich lasse Dich niedertreten die Inselbewohner;
die Länder von Meten zittern aus Furcht vor Dir. Ich lasse sie sehen Deine Majestät als Krokodil, Herrn der Furcht im Meer, das man nicht angreifen kann.

Ich komme zu Dir, und lasse Dich niedertreten die Inselbewohner, die Mittelmeerinseln sind unter Deinem Siegesruf. Ich lasse sie sehen Deine Majestät als Helfer, der erschienen ist auf dem Rücken seines Wildstieres.

Ich komme zu Dir, und lasse Dich niedertreten das Libyerland. Die (Oasen?) sind in Deiner Wirkungsgewalt. Ich lasse sie sehen Deine Majestät als Löwen, und Du machst sie zu Leichenhaufen durch ihre Täler hin.

Ich komme zu Dir, und lasse Dich niedertreten die Enden der Länder. Der Umkreis des Meeres liegt umschlossen in Deiner Faust. Ich lasse sie sehen Deine Majestät als den Geflügelten, der greift nach dem, was er erblickt, nach Belieben.

Ich komme zu Dir, und lasse Dich niedertreten die im Lande des Anfangs.
Du fesselst die Sandbewohner als Gefangene. Ich lasse sie sehen Deine Majestät wie den oberägyptischen Schakal (= Upuaut), den Herrn des eilenden Laufes, der die beiden Länder durch...

Ich komme zu Dir, und lasse Dich niedertreten die Troglodyten. Das Land. .. ist in Deinem Griff. Ich lasse sie sehen Deine Majestät wie Dein Bruderpaar. Ich habe ihre Arme für Dich zusammengenommen in Sieg. Dein Schwesternpaar, ich habe sie Dir zum Schützen hinter Dich gestellt. Die Arme meiner Majestät liegen auf dem Himmel, und ich entfeme das Schlechte.

Ich veranlasse Deinen Schutz, mein Sohn, den ich liebe, Horus, Starker Stier, der in Theben erschienen ist, den ich erzeugte im Gottesleib, Thutmosis, der ewig lebt, der alles für mich tut, was mein Ka wünscht. Du hast meine Wohnung errichtet als ewig dauerndes Werk, vergrößert und verbreitert über das hinaus, was früher entstanden war, eine sehr große Tür (namens:) Men-Cheper-Re, seine Schönheit hat Amun-Re festlich gestimmt.
Größer sind Deine Denkmäler als die irgendeines Königs, der gewesen ist.

Ich habe Dir befohlen, sie auszuführen, so daß ich nun zufrieden damit bin. Ich lasse Dich (dafür) dauern auf dem Horusthron unendliche Jahre, indem Du die Lebenden leitest in Ewigkeit.

(Der Übersetzung liegt der Text bei Kurt Sethe, Urkunden der 18. Dynastie, zugrunde.)